Die Algarve ist die südlichste Region des portugiesischen Festlands mit rund 4.997 km² Fläche. Sie grenzt im Norden an den Alentejo, im Süden und Westen an den Atlantik und im Osten an den Fluss Guadiana, die natürliche Grenze zu Spanien. Die Küste erstreckt sich über etwa 155 km nach Süden, dazu weitere 50 km nördlich des Kap São Vicente, dem westlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel.
Die Algarve-Küste ist für ihre goldenen Kalksteinklippen bekannt, die im Lauf der Jahrhunderte zu Bögen, Höhlen und Meeresgrotten geformt wurden — besonders zwischen Lagos, Portimão, Lagoa und Albufeira, wo viele Höhlen nur mit Boot oder Kajak erreichbar sind. Die Praia da Marinha bei Caramujeira und die Grotte von Benagil zählen zu den meistfotografierten Orten der Region; eine geführte Kajaktour zu den Benagil-Höhlen startet genau in diesem Küstenabschnitt und paddelt direkt in die Höhle hinein.
Traditionell wird die Algarve in zwei Zonen geteilt. Im Westen liegt das Barlavento — Lagos, Portimão, Silves — mit schroffem Relief, hohen Klippen und kleinen, zwischen Felsen eingebetteten Stränden. Im Osten liegt das Sotavento — Faro, Olhão, Tavira —, flacher und geprägt von der Ria Formosa, einem über 170 km² großen Naturschutzgebiet aus Salzmarschen, Barriereinseln und Kanälen, das Zugvögeln als Rückzugsort dient. Faro, die administrative Hauptstadt der Region, liegt wenige Minuten vom gleichnamigen internationalen Flughafen entfernt.
Die Algarve gilt als die sonnenreichste Region Europas: Die jährliche Sonnenscheindauer reicht von rund 2.600 Stunden im Bergland von Monchique bis zu über 3.100 Stunden an der Südküste. Die Winter sind mild, mit Durchschnittswerten von 16-17°C nahe der Küste, während die Sommer an der Küste 29-30°C erreichen und im Landesinneren auf 32-35°C steigen können. Mai bis September ist die trockenste und stabilste Zeit des Jahres — und zugleich die touristische Hochsaison: Im Hochsommer verdoppelt sich die ansässige Bevölkerung von rund 450.000 Menschen mehr als.
Der Name Algarve stammt vom arabischen al-Gharb („der Westen"), ein Erbe von mehr als fünf Jahrhunderten maurischer Herrschaft zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert, das noch heute in der Architektur, der Konditorei und dem Stadtgrundriss von Orten wie Silves sichtbar ist. Später wurde das Kap von Sagres mit Heinrich dem Seefahrer verbunden, dem 1443 das umliegende Land geschenkt wurde und der seine Geschäfte bis zu seinem Tod 1460 vom nahen Lagos aus führte. Die Festung, die dort heute besichtigt werden kann, die Fortaleza de Sagres, wurde nach mehreren Angriffen und Umbauten 1793 in ihrer heutigen Form wiederaufgebaut und wird traditionell — wenn auch ohne endgültige historische Bestätigung — mit einer Navigationsschule aus der Zeit der Entdeckungen in Verbindung gebracht.
Neben den Stränden bietet die Algarve die Thermalbäder von Caldas de Monchique im gleichnamigen Bergland, mehr als zwei Dutzend international bewertete Golfplätze sowie ein Netz aus Wander- und Radwegen namens Algarve Way, das die Region vom bergigen Hinterland bis zur Küste durchquert. Die Kanäle und Barriereinseln der Ria Formosa lassen sich auch mit dem Boot erkunden — ein ruhigerer Weg, dieselbe Lagune kennenzulernen, die ihren Zugvögeln als Rückzugsort dient.
Der internationale Flughafen Faro, 1965 eröffnet und rund 4 km vom Stadtzentrum entfernt, ist das wichtigste Flugtor der Region. Auf der Straße verbindet die Autobahn A22 (Via do Infante), fertiggestellt 2003, Lagos mit der spanischen Grenze und erleichtert die Fahrt zwischen Barlavento und Sotavento. Der Tourismus ist mit Abstand der wirtschaftliche Motor der Region — allein 2018 trug er 1,08 Milliarden Euro bei und brachte 4,2 Millionen Besucher —, neben traditionelleren Wirtschaftszweigen wie Fischerei, Korkproduktion und Landwirtschaft (Orangen, Feigen, Mandeln, Avocados) sowie mehr als 25 international bewerteten Golfplätzen.
Mai bis September ist die trockenste und stabilste Zeit, aber auch die touristisch stärkste; außerhalb dieses Zeitraums bleiben die Winter mild (Durchschnittswerte von 16-17°C an der Küste), sodass die Region fast das ganze Jahr über bereisbar ist.
Das wichtigste Tor ist der internationale Flughafen Faro, rund 4 km vom Stadtzentrum entfernt. Auf der Straße verläuft die Autobahn A22 (Via do Infante) durch die gesamte Region, von Lagos bis zur spanischen Grenze.
Das Barlavento im Westen (Lagos, Portimão, Silves) hat höhere, schroffere Klippen; das Sotavento im Osten (Faro, Olhão, Tavira) ist flacher und wird von der Ria Formosa geprägt, einem Naturschutzgebiet aus Salzmarschen und Barriereinseln.
Viele der Höhlen zwischen Lagos, Portimão, Lagoa und Albufeira sind nur mit Boot oder Kajak erreichbar, nicht zu Fuß — die meisten Besucher erkunden sie deshalb bei geführten Touren, etwa jenen, die von der Gegend um Benagil aus starten.