Praia do Norte liegt in Nazaré, im Distrikt Leiria an Portugals Westküste, direkt unterhalb des Sítio-Vorgebirges und der Festung São Miguel Arcanjo. Weltberühmt ist der Strand für die riesigen Wellen, die hier vor allem zwischen Oktober und März brechen – Ergebnis eines einzigartigen geologischen Phänomens: des Nazaré-Canyons.
Der Nazaré-Canyon ist der größte Unterwasser-Canyon Europas, rund 200 km lang und bis zu 5000 m tief; sein Kopfende reicht bis auf weniger als 1 km an die Küste heran. Diese Topografie bündelt und verstärkt die Energie der atlantischen Dünung nahe der Küste und erzeugt einen Effekt konstruktiver Interferenz, der die Wellenhöhe bei Praia do Norte vervielfacht – ein Phänomen, das an den Nachbarstränden nicht auftritt.
Im November 2011 ritt der Hawaiianer Garrett McNamara hier eine 23,8 m hohe Welle und setzte Praia do Norte damit auf die Landkarte des Big-Wave-Surfens. Rodrigo Koxa übertraf ihn im November 2017 mit 24,4 m. Sebastian Steudtner hob die Latte im Oktober 2020 auf 26,21 m an – ein von Guinness World Records anerkannter und von der World Surf League ratifizierter Rekord. Im Februar 2024 soll derselbe Surfer eine per Drohne vermessene Welle von 28,57 m geritten sein, doch zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung ist dieser Wert noch nicht offiziell ratifiziert. Bei den Frauen hält Maya Gabeira mit 22,4 m (Februar 2020) den Rekord. Der Strand ist zudem Schauplatz der TUDOR Nazaré Tow Surfing Challenge, einer Etappe der Big-Wave-Tour der World Surf League, die in den Wintermonaten ausgetragen wird, wenn die Wellen häufig 12 bis 15 Meter erreichen.
Anders als die Praia da Nazaré im Ort hat Praia do Norte keinen Rettungsschwimmer, und die Tourismusbehörden beschreiben das Meer hier als gefährlich für Badende. In den Wintermonaten, wenn die größten Wellen eintreffen, wird Besuchern geraten, das Meer von den Klippen aus zu beobachten, statt sich dem Wasser zu nähern; im Sommer beruhigt sich die See meist, auch wenn der Strand ganzjährig unbewacht bleibt. Er bewahrt natürliche Dünen mit ursprünglicher Vegetation und wirkt dadurch deutlich wilder als die bebauten Strände des Ortes.
Der beste Aussichtspunkt für die Riesenwellen liegt beim Leuchtturm von Nazaré in der Festung São Miguel Arcanjo – erbaut 1577 und zwischen 1639 und 1644 verstärkt, der Leuchtturm kam 1903 hinzu. Das Gebäude beherbergt zudem ein seit 2014 geöffnetes Museum mit Ausstellungen zum Nazaré-Canyon und zum deutschen U-Boot U-963. Der Eintritt kostet rund 2€, geöffnet ist täglich von 10 bis 17:30 Uhr. Zwei alternative Aussichtspunkte sind der Miradouro do Suberco und der Miradouro da Pederneira. In der Nähe von Praia do Norte, im Stadtteil Sítio, gibt es einen kostenlosen Parkplatz (im Ortszentrum ist Parken meist gebührenpflichtig), sowie mehrere Restaurants in der Umgebung. Wer statt der winterlichen Riesenwellen lieber unter ruhigeren Bedingungen surfen möchte, kann auch an Surfkursen an der Praia do Norte teilnehmen.
Das wird nicht empfohlen, besonders zwischen Oktober und März, wenn die Riesenwellen eintreffen. Der Strand hat keinen Rettungsschwimmer, anders als die Praia da Nazaré im Ort, und die Tourismusbehörden beschreiben das Meer als gefährlich. Sicherer ist die Beobachtung von den Klippen aus.
Sebastian Steudtner hält den von Guinness World Records anerkannten Rekord mit 26,21 m (Oktober 2020). Eine Welle von 28,57 m, die er im Februar 2024 geritten haben soll, ist zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch nicht offiziell ratifiziert.
Ja, der Eintritt kostet rund 2€. Die Festung mit Leuchtturm und Museum ist täglich von 10 bis 17:30 Uhr geöffnet.
In der Nähe des Strands, im Stadtteil Sítio, gibt es einen kostenlosen Parkplatz. Im Ortszentrum von Nazaré ist Parken meist gebührenpflichtig.
Echte monatliche Durchschnittswerte der historischen Wassertemperatur.