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Covetrip / Denkmal / Quintana Roo, México

Tulum

Quintana Roo, México Erbaut 1200 Aktualisiert Juni 2026

Die Ruinen von Tulum thronen auf einer rund 12 Meter hohen Kalksteinklippe über der Karibik, an der Küste von Quintana Roo im Herzen der Riviera Maya. Tulum war eine der letzten großen Maya-Städte, die noch aufblühten – errichtet vor allem in der Spätklassik bzw. Postklassik, mit einer Blütezeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert, was zur für diese Stätte verzeichneten Datierung um 1200 passt. Anders als die meisten großen Maya-Zentren, die im Landesinneren lagen, diente Tulum zugleich als befestigter Seehafen, umgeben von einer Verteidigungsmauer, die noch heute den größten Teil der archäologischen Zone umschließt.

Eine ummauerte Hafenstadt

Die Mauer um den Stadtkern erstreckt sich auf rund 400 Metern entlang des Meeres und auf jeweils 170 Metern an den beiden Seiten senkrecht zur Küste, ist 3 bis 5 Meter hoch und etwa 8 Meter dick. Fünf schmale Tore – zwei im Norden, zwei im Süden und eines im Westen – gewährten Zugang zur Stadt und wurden von kleinen Wachtürmen an der Südwest- und Nordwestecke überwacht. Innerhalb der Mauern versorgte ein kleiner Cenote die Stadt mit Süßwasser, und eine kleine Sandbucht erlaubte das Anlanden von Kanus – ein Grund, warum Tulum zu einem bedeutenden Handelsposten wurde: Die Stadt diente als Hafen für Cobá und erhielt Obsidian, der fast 700 km aus Ixtepeque in Guatemala herangeschafft wurde, neben Federn, Kupfer, Jade, Salz und Textilien, die mit Zentralmexiko und Mittelamerika gehandelt wurden.

El Castillo, der Freskentempel und der Tempel des herabsteigenden Gottes

Das meistfotografierte Bauwerk der Anlage ist „El Castillo", eine rund 7,5 Meter hohe Pyramide, die in mehreren Bauphasen über einem älteren Säulenbau errichtet wurde; die Türstürze der oberen Räume tragen Schlangenmotive. In der Nähe vereint der Freskentempel eine untere und eine obere Galerie und diente vermutlich zusätzlich als Sonnenobservatorium; über seinem Westeingang befindet sich eine Stuckfigur des „herabsteigenden Gottes", im Inneren sind Wandmalereien im Mixteca-Puebla-Stil erhalten – für Besucher ist der Innenraum nicht mehr zugänglich, gerade um die Malereien zu schützen. Der einräumige Tempel des herabsteigenden Gottes hat eine nach Westen ausgerichtete Tür und eine schmale Treppe, die über einem noch älteren Tempel errichtet wurde.

Vom ersten Kontakt mit den Spaniern bis zur Aufgabe

Die ersten Europäer, die Tulum zu Gesicht bekamen, sollen Mitglieder der Expedition Juan de Grijalvas von 1518 gewesen sein, überliefert durch einen Bericht von Juan Díaz. Die Stadt blieb nach diesem ersten Kontakt noch rund 70 Jahre bewohnt, bevor sie bis zum Ende des 16. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Danach geriet sie weitgehend in Vergessenheit, bis der Forscher John Lloyd Stephens und der Zeichner Frederick Catherwood sie 1843 dokumentierten. Ernsthafte Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten begannen erst ab 1913 unter Sylvanus Morley und George Howe, fortgesetzt von der Carnegie Institution zwischen 1916 und 1922, von Samuel Lothrop 1924, von Miguel Ángel Fernández Ende der 1930er und Anfang der 1940er Jahre, von William Sanders 1956 und von Arthur Miller in den 1970er Jahren – ein Jahrhundert schrittweiser archäologischer Arbeit, das die Stätte in ihrer heutigen Form geprägt hat.

Besuch der Ruinen: Öffnungszeiten, Eintritt und Anreise

Die Anlage öffnet gegen 8 Uhr; die Schließzeit wird je nach Quelle unterschiedlich angegeben, zwischen 15 und 17 Uhr – es lohnt sich also, sie vor Ort am selben Tag zu bestätigen. Es werden zwei Tickets benötigt: der Eintritt in die archäologische Zone (etwa 100 mexikanische Pesos, meist nur bar) und das Armband des Nationalparks CONAP (etwa 415 Pesos, Karte oder bar); für eine Videokamera fällt eine zusätzliche Gebühr von etwa 35 Pesos an. Wer vor 10 Uhr eintrifft – bevor die großen Reisegruppen aus Cancún und Playa del Carmen ankommen –, erlebt weniger Andrang und kühlere Temperaturen. Tulum liegt rund 130 km südlich von Cancún und etwa 68 km südlich von Playa del Carmen; die Anreise erfolgt per Colectivo (etwa 30 Pesos ab dem Ortszentrum von Tulum), Taxi (100 bis 300 Pesos) oder mit dem Auto über die Zufahrtsstraße von der Bundesstraße 307, mit kostenpflichtigem Parkplatz nahe dem Eingang (etwa 50 Pesos) und einem rund zehnminütigen Fußweg bis zur Anlage.

Nur einen Steinwurf von der Playa Paraíso entfernt

Die archäologische Stätte liegt nur etwa 350 Meter von der Playa Paraíso entfernt, sodass sich der Ruinenbesuch problemlos mit einem Bad im türkisfarbenen Wasser der Riviera Maya verbinden lässt. Nach für 2017 veröffentlichten Zahlen war Tulum bereits die drittmeistbesuchte archäologische Stätte Mexikos, nur hinter Teotihuacán und Chichén Itzá – ein etwas älterer Wert, der aber zeigt, wie gefragt die Stätte schon damals war.

Im Detail

Erbaut
1200
Eintritt
≈515 MXN (site + CONAP wristband)
Öffnungszeiten
täglich, 9–19 Uhr
Besuchsdauer
1 bis 2 Stunden
Beste Zeit
Mai bis Oktober
Sprachen
PT · EN

Häufige Fragen

Wie sind die Öffnungszeiten und der Eintrittspreis für die Ruinen von Tulum?

Die Anlage öffnet gegen 8 Uhr; die Schließzeit wird je nach Quelle unterschiedlich angegeben (zwischen 15 und 17 Uhr) – am besten vor Ort bestätigen. Es werden zwei Tickets benötigt: der Eintritt in die archäologische Zone (etwa 100 mexikanische Pesos, meist nur bar) und das Armband des Nationalparks CONAP (etwa 415 Pesos, Karte oder bar).

Wie komme ich von Cancún oder Playa del Carmen nach Tulum?

Tulum liegt rund 130 km südlich von Cancún und etwa 68 km südlich von Playa del Carmen. Die Anreise ist mit Colectivo, Taxi oder Auto über die Zufahrtsstraße von der Bundesstraße 307 möglich, mit kostenpflichtigem Parkplatz nahe dem Eingang.

Kann man in der Nähe der Ruinen von Tulum schwimmen?

Innerhalb der Stadtmauer gab es historisch eine kleine Bucht, die zum Anlanden von Kanus diente. Für ein verlässliches Bad ist die Playa Paraíso, nur etwa 350 Meter von der archäologischen Stätte entfernt, die bessere Wahl.

Ist Tulum UNESCO-Weltkulturerbe?

Nein. Anders als Chichén Itzá tragen die Ruinen von Tulum keinen UNESCO-Welterbe-Status – die Stätte ist als mexikanischer Nationalpark ausgewiesen.

Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?

Etwa zwei bis drei Stunden reichen, um die Anlage in Ruhe zu besichtigen, Anfahrt nicht mitgerechnet.

Strände in der Nähe

Weniger als 30 Autominuten.

Playa Paraíso

Tulum, México