Auf Fotos wirken Praia da Marinha, Cala Goloritzé und Reynisfjara wie drei weitere hübsche Strände. In der Praxis lässt sich keiner davon spontan besuchen wie ein gewöhnlicher Strandtag. Bei einem geht es rund 150 Holzstufen an einer Steilküste hinunter – und wieder hinauf. Der nächste ist nur zu Fuß erreichbar, und nur nach vorheriger Online-Reservierung eines Zeitfensters. Der dritte ist eigentlich gar nicht zum Schwimmen gedacht: einer der wenigen Strände weltweit, dessen eigener Sicherheitshinweis warnt, dem Meer niemals den Rücken zuzukehren. Das lohnt sich zu wissen, bevor man für einen der drei die Koffer packt.
Praia da Marinha, in der Gemeinde Lagoa zwischen Armação de Pêra und Carvoeiro, ist nur über eine Holztreppe erreichbar, die in die Kalksteinklippe eingelassen ist — je nach Quelle zwischen etwa 150 und 165 Stufen, genug, um Rollstühle oder Kinderwagen komplett auszuschließen. Oben liegt ein kostenpflichtiger Parkplatz; die Gemeinde Lagoa hat zudem in der Nähe eine kostenlose Fläche für rund 300 Fahrzeuge angelegt, um den Andrang in den stärksten Monaten zu entlasten. Im August lohnt sich vor allem eine frühe Anreise.
Natürlichen Schatten gibt es am Sand nicht: Der Verleih von Sonnenschirmen und Liegen läuft nur während der Badesaison von Juni bis September, wenn das Wasser etwa 18-22°C hat. Wer Menschenmassen meiden, aber nicht auf gutes Wetter verzichten will, findet in Mai und Oktober meist einen guten Kompromiss; im Winter ist der Strand fast menschenleer, dafür kälter und windiger. Höhlen an den Klippen erreicht man nur schwimmend bei Ebbe — vorher lohnt sich ein Blick auf die Seebedingungen, denn die Strömung an den Felsen kann tückisch sein. Badeschuhe helfen auf den losen Steinabschnitten, und da die einzige Zufahrt eine schmale Treppe ist, ist es nicht der Strand für schweres Gepäck.
Cala Goloritzé an der Ostküste Sardiniens, in der Gemeinde Baunei, hat weder eine Zufahrtsstraße noch Gebäude am Wasser — man erreicht sie zu Fuß von der Hochebene Golgo aus oder mit dem Boot, das etwa 300 Meter vor der Küste ankert. Für den Fußweg ist zwischen April und Oktober eine vorherige Reservierung über die App oder Website Heart of Sardinia nötig, mit maximal 250 Personen gleichzeitig auf dem Weg; gebucht werden kann bis zu 72 Stunden im Voraus, für 7 Euro pro Person (kostenlos bis 6 Jahre) — inklusive bewachtem Parkplatz in Su Porteddu, dem Ausgangspunkt auf der Hochebene Golgo.
Von dort sind es rund 3,5 km bis zum Strand, mit fast 500 Höhenmetern Unterschied — der Abstieg dauert etwa 1:15 bis 1:30 Stunden, der Rückweg bergauf kann rund 2 Stunden dauern und ist der anstrengendere Teil. Der Weg öffnet um 7:30 Uhr, neue Eintritte sind bis 14:00 Uhr möglich; wer bereits am Strand ist, darf bis 17:00 Uhr bleiben. Der Untergrund ist uneben, mit rutschigen Kalksteinplatten und freiliegenden Wurzeln, weshalb festes Schuhwerk mit gutem Grip vorgeschrieben ist — kein Weg für Sandalen. Am Strand selbst gibt es weder Bar noch Toilette noch Schatten, Wasser (vor allem für den Aufstieg) und Sonnenschutz gehören also in den Rucksack. Von Mai bis September sind Wasser und Wetter meist am besten; zwischen April und Juni ist das Licht weicher und der Weg weniger belebt.
Reynisfjara liegt an Islands Südküste bei Vík í Mýrdal, direkt an der Route 1 — rund 188 km und zweieinhalb Stunden Fahrt von Reykjavík entfernt. Die Anreise ist der einfache Teil: Zwei kostenpflichtige Parkplätze liegen am Sand, einer näher am Wasser (1000 ISK, bis zu 3 Stunden), einer etwas weiter zurück (750 ISK, fünf Gehminuten entfernt), beide über die App Parka zu bezahlen. Die eigentliche Herausforderung ist nicht die Anreise — sondern das Verhalten vor Ort.
Reynisfjara ist kein Strand zum Schwimmen, sondern zum Betrachten, aus der Distanz. Der offene Nordatlantik erzeugt sogenannte „Sneaker Waves" — einzelne, unvorhersehbare Wellen, die zwischen viel kleineren auftauchen und einen Menschen ins eiskalte Wasser reißen können, bevor er reagieren kann. Einen Rettungsschwimmer gibt es nicht. Ein Lichtsystem am Strand zeigt die Gefahrenstufe an: Rotes Licht bedeutet, hinter der roten Zone zu bleiben, gelbes Licht, hinter der gelben Zone zu bleiben — und laut den für den Strand veröffentlichten Sicherheitsinformationen ereigneten sich die letzten drei registrierten Todesfälle durch Ertrinken alle in der Nähe der Basaltsäulen, während das Licht Gelb blinkte. Der praktische Rat ist einfach: deutlichen Abstand zur Wasserlinie halten, dem Meer nie den Rücken zukehren, Kinder in der Nähe behalten und, wer Höhlen oder den Fuß der Klippen erkunden will, vorher die Gezeitentabelle prüfen und nur bei Ebbe gehen.
Keiner dieser drei Strände belohnt Spontaneität. Bei Praia da Marinha liegt die Grenze im Körperlichen — Treppe und fehlender Schatten. Bei Cala Goloritzé ist sie bürokratisch — ohne vorab gebuchte Reservierung kein Zutritt. Bei Reynisfjara ist es eine Frage des Verhaltens am Wasser, mehr als der Anreiselogistik. In allen drei Fällen erspart eine zehnminütige Recherche vor der Abfahrt das häufigste Szenario: am Fuß der Treppe, am Wegbeginn oder auf dem Parkplatz anzukommen und zu spät festzustellen, dass ein Detail gefehlt hat.
Ja — zwischen April und Oktober erfordert der Fußweg eine vorherige Reservierung (bis zu 72 Stunden im Voraus) über die App oder Website Heart of Sardinia, begrenzt auf 250 Personen gleichzeitig auf dem Weg, für 7 Euro pro Person inklusive bewachtem Parkplatz.
Quellen nennen etwa 150 bis 165 Holzstufen, die in die Kalksteinklippe geschlagen sind — ein steiler Zugang ohne Alternative, ungeeignet für Rollstühle oder Kinderwagen.
Das wird nicht empfohlen. Der offene Ozean erzeugt unvorhersehbare „Sneaker Waves", die bereits Todesopfer gefordert haben; es gibt keinen Rettungsschwimmer, und der Rat lautet, deutlichen Abstand zum Wasser zu halten und dem Meer nie den Rücken zuzukehren.
Ausgewählt von der Redaktion.